Offenbar gibt’s Blogger, die sich daran stoßen, dass Blogkarnevals veranstaltet werden. Als wesentlicher Grund wird genannt, dass damit “künstlich generierte” Backlinks – also Retourverlinkungen – stattfinden, die von den Kritikern als ungerecht empfunden werden. Kritische Stimmen sind z.B. nachzulesen auf www.sichelputzer.de und in den Deutschen Blogcharts. Letztere lassen die Verlinkungsaktionen im Zuge von Blogkarnevals sogar in ihre Blogreihung einfließen.
Ich kann der negativen Kritik an den letzten beiden Blogkarnevals von problogger und yannick nicht sehr viel abgewinnen. Ich habe selbst an beiden Projekten teilgenommen – mit meinen Artikeln “Medium Weblog – Sendungsbewusstsein oder was?” und “Harald’s Weblog – Blogziele”.
Warum ich solche Projekte gut finde
Ein Blogger (das impliziert auch die weibliche Form!) entscheidet eigenverantwortlich, dass er an einem Blogkarneval teilnimmt, zu dem er thematisch etwas beizutragen hat. Oder, dass er eben nicht teilnimmt. Beides ist meiner Ansicht nach vollkommen in Ordnung. Daraus ergeben sich für beide Varianten Konsequenzen – so wie im richtigen Leben auch. Und meiner Ansicht nach folgende:
Konsequenzen aus einer Teilnahme
Ja – das Weblog wird durch die Verlinkungen unter den Teilnehmern womöglich in diversen Charts besser gereiht. Und es erlangt anfänglich eventuell eine höhere Besucheranzahl, da die Wahrscheinlichkeit steigt, dass es den einen oder anderen Blogger oder Blogleser auf dieses Weblog verschlägt. Und was dann? Dann darf dieser Besucher entscheiden, ob er den Blogkarnevalartikel und/oder den gesamten Blog als lesenswert einstuft. Erst wenn der Blog gefällt steigt der Bekanntheitsgrad im positiven Sinne. Ich pers?nlich habe dafür bislang noch kein Chart konsultieren müssen, obschon ich in dem einen oder anderen gelistet werde. Wie sich das im Detail entwickelt ist nicht genau vorher zu sagen. Das bedeutet, dass der Blogger dazu angehalten ist, mit seinem Karnevalartikel Qualität zu liefern und quasi ein Aushängeschild für seinen Blog zu verfassen. Ich kann nicht erkennen, was genau daran falsch sein soll.
Konsequenzen aus einer Teilnahmeenthaltung
Wann etwas für jemanden Sinn macht und wann nicht, darf glücklicherweise jeder für sich selbst entscheiden. Insofern gibt es genau so gute an etwas teilzunehmen, wie daran nicht teilzunehmen. Im Wesentlichen entstehen für den nicht teilnehmenden Blogger keine Vor- und keine Nachteile. Naja – der eine vielleicht und zwar der, dass er (der Blogger = BloggerIn) sich mit sich selbst auseinandersetzten darf, welche Haltung er nun zu all jenen einnimmt, die die Vorteile einer Teilnahme genießen durften. Und vielleicht auch dass er sich mit dem Gefühl beschäftigen darf, ob nicht der Vorteil der anderen gleichsam in irgendeiner Form Nachteil für sich selbst bedeutet oder gar bewirkt. Etwa indem er, in Relation zu den anderen, Punkte verliert?
Ich persönlich gönne jedem Blogger so viele Punkte, wie er nur für sich möglich machen kann – wenn ihm das wirklich wichtig ist. Darum seien mir auch die Links zu den Kritikern oben (von den Kritikern) verziehen. Ich bin da niemandem etwas neidig. Aber es besteht ja immer noch die Möglichkeit hier und dort ein paar Punkte ab zu ziehen…
Fazit
Meiner Ansicht nach soll jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten das Beste draus machen. Artikel mit qualitativen und ansprechenden Inhalten sind letztendlich ausschlaggebend dafür, ob ein Leser wieder kommt oder nicht. Charts und Punktezahlen können da maximal als Wegweiser dienen. Ich gehe für mein Weblog von eigenverantwortlichen Lesern aus, die sich ihr eigenes Bild machen und dem ihre eigene Bedeutung geben. Diese Leser sind mir wichtig – alle anderen dürfen auch woanders Lesen.
Beim nächsten interessanten Karneval zu dem ich etwas beizutragen habe, bin ich sicher wieder dabei – Punkteabzug hin oder her!
Ein abschließendes Wort an die Negativkritiker
Diskussionen sind eine sehr wertvolle Grundlage für Weiterentwicklung – umso diverser desto spannender. Ich respektiere Eure Bedenken und bedanke mich für den Impuls zu diesem Artikel – auch wenn manche von Euch dadurch einen Backlink abgekriegt haben. Und wer sich in irgendeiner Hinsicht missverstanden oder gar übergangen fühlt, darf gern einen konstruktiven Kommentar hinterlassen!
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Ein Kommentar zu “Blogkarnevals an den Pranger?”
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Schöner Artikel.
Spaß am Bloggen kann man nicht mittels Toplisten messen. Und ich blogge des Spaßes und der Leute wegen.
Viele Grüße,
René