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Grundsätzlich sind positive Erfolge etwas Erstrebenswertes für jeden von uns. Das bedeutet jedoch nicht auch gleich, dass wir uns nach einem erreichten Erfolg auch zufrieden oder glücklich fühlen oder daran Freude haben. Da gibts dann Menschen, die von einem Erfolg zum nächsten hetzen, ohne die Erfolge genießen zu können. Viktor Frankl hat ein Modell entwickelt, welches in diesem Zusammenhang sehr aufschlussreich ist und sehr hilfreiche Impulse liefert, wie man sinnvoll und wirkungsvoll zu mehr Erfolg kommt UND diesen auch genießen kann. Wie das geht, erkläre ich in diesem Artikel! Viel Freude damit!

“Unzufriedenheit sei der Motor der Selbständigen”, habe ich irgendwann einmal gehört. Hier gilt es genau zu unterscheiden zwischen “zufrieden geben” und “zufrieden sein”. Sich mit einem Erfolg “zufrieden geben” würde bedeuten, keine weiteren Erfolge mehr anzustreben – mit diesem besagten Erfolg “genug” zu haben. Dass damit auf Dauer Langeweile und Unzufriedenheit vorprogrammiert ist, brauche ich wohl nicht zu betonen. “Zufrieden sein” mit einem erreichten Erfolg, hat da eine ganz andere Qualität! Wenn ich mit einem speziellen Erfolg zufrieden bin, kann ich Freude daran haben – ihn genießen. Nur wie stellt man das nun konkret an?

Viktor Frankls Modell beschreibt vier Quadranten, die durch ein Koordinatensystem geteilt sind. Auf der horizontalen Achse ist aufgetragen, wie erfolgreich jemand ist. Auf der vertikalen Achse ist aufgetragen, wie zufrieden jemand ist. Das Koordinatensystem beschreibt also den Zusammenhang zwischen Erfolg und Zufriedenheit.Zufriedensheitsdiagramm

Links oben ist Quadrant Nr. 4, gekennzeichnet durch wenig Erfolg und viel Zufriedenheit – so wie man sich das Leben eines fernöstlichen Mönchs vorstellen könnte. Für ihn brauchts keine (materiellen) Erfolge, um zufrieden zu sein. Er gibt sich zufrieden mit dem was ist. Wer das anstreben möchte findet im Internet sicher mehrere Ansätze.

Links unten ist Quadrant Nr. 3. Dieser kennzeichnet sich durch Unzufriedenheit und mangelnde Erfolge. Wer sich hier wiederfindet ist gut beraten aktiv zu werden. Wer sich hier wiederfindet und nicht aktiv werden möchte, könnte sich an dieser Stelle überlegen, was sein konkreter Vorteil ist, der ihm durchs Nichtstun zuteil wird. Unterlassertum hat durchaus sein Vorteile und bringt für den Beteiligten einen meist unbewussten Gewinn. Fazit: schleunigst raus aus Quadrant 3 ;)

Quadrant Nr. 2 ist der Quadrant rechts unten. Hier herrscht durchaus ein gutes Erfolgsniveau bei geringer Zufriedenheit (grüner Punkt). Na und da fragt man sich dann “wieso?”. Obwohl man erfolgreich ist, ist man permanent unzufrieden und hat keine richtige Freude an seinen Erfolgen. Die konstruktive Fragestellung für all jene, die sich im zweiten Quadranten wiederfinden ist: “Was kann ich tun, um trotz meiner Erfolge zufrieden zu sein?” und “Wie kann ich zufriedener sein und nebenher dabei noch erfolgreicher werden?” Nun wird vielfach versucht durch eines an mehr Zufriedenheit zu gelangen: durch noch mehr Erfolg. Das was passiert, ist, dass sich unser Punkt im Koordinatensystem parallel zur Erfolgsachse verschiebt – in Richtung “mehr Erfolg”. Und was ändert das auf unserer Zufriedenheitsskala? Nichts. Mehr desselben ist hier also offensichtlich nicht hilfreich. Das führt nämlich dazu, dass man sich im Zuge des Strebens nach mehr Zufriedenheit und Freude auspowert und vielleicht gar gesundheitlich auf der Strecke bleibt.

Quadrant Nr. 4, rechts oben, scheint unsere Oase der Glückseligkeit zu sein. Nur wie kommt man dort hin? Wie kann es uns gelingen, unseren inneren Kompass auf mehr Zufriedenheit auszurichten?

Die Antwort scheint banal: Indem wir uns auf Dinge in unserem Leben konzentrieren, die für uns Sinn machen. Damit klettern wir bei gleichbleibendem Erfolgslevel stetig auf der Zufriedenheitsskala hinauf. Und was dann passiert ist schöner erlebt, als erzählt: Die Zufriedenheitskurve (rot) beginnt von alleine in Richtung mehr Zufriedenheit UND mehr Erfolg abzubiegen. Und es braucht nicht mehr, als darauf zu achten in seinem Leben mehr Sinn zu erwirken! Wie das geht? Z.B. bei Entscheidungen weniger nach dem potentiellen persönlichen Erfolg als nach dem persönlichen Sinn zu entscheiden.Zufriedensheitsdiagramm

Zum Abschluss biete ich hier noch eine kleine aber wirkungsvolle Denkanregung zum Thema Sinn an:
“Was wirst Du morgen oder in ein paar Tagen tun, woran Du Dich in zwei Jahren noch erinnern können wirst?”

Hier bleibt mir abschließend nur noch anzumerken: Viel Spass beim Ausprobieren und staunen! ;)

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2 Kommentare zu “Sinn- und wirkungsvoll zu mehr Erfolg”

  1. Beatrice sagt:

    Sehr interessanter Beitrag, Harald!

    Wenn man sich im zweiten Quadrant wiederfindet, könnte man sich die Frage stellen, ob nicht der Spruch von Auerbauch etwas Wahres an sich hat:
    “Wer nicht mit dem zufrieden ist, was er hat, der wäre auch nicht mit dem zufrieden, was er haben möchte.”

    Ich glaube, das Phänomen aus Quadrant 2 resultiert unter anderem aus dem heutigen, auf überwiegend materiellen Werten aufgebauten Weltbild vieler Menschen, der Schnelllebigkeit der Zeit und nicht zuletzt aus der Tendenz vieler, sich mit anderen Menschen zu vergleichen, die in ihren Augen noch erfolgreicher sind.

    Meiner Ansicht nach wäre es wichtig zu lernen, auch mit kleinen Erfolgen zufrieden zu sein und den Erfolg auch, aber nicht nur in materiellen Dingen zu suchen. Dann würde es uns vielleicht auch gelingen, uns ein klein wenig der großen Zufriedenheit der fernöstlichen Mönche anzunähern. :-)

    Jedenfalls ist Zufriedenheit eines der wichtigsten Güter überhaupt und unabdingbare Voraussetzung für dauerhaufte Freude und persönliches Glück. Wenn man unzufrieden ist, wird es einem auch nicht gelingen, glücklich zu sein.

    “Zufriedenheit mit seiner Lage, ist der größte und sicherste Reichtum.” (Cicero)

  2. Hubert sagt:

    Lieber Harald,

    viele Menschen suchen immer den großen Sinn und Plan ihres Lebens, um dann die große Entscheidung in Richtung mehr Zufriedenheit zu treffen, ihre Berufung zu finden. Dabei können es gerade die kleinen täglichen Entscheidungen sein, die uns bei richtiger Wahl immer mehr dorthin bringen.

    Und wie merke ich, dass ich die richtige Entscheidung treffe? Indem ich mir vorstelle, wie ich mich fühlen würde, wenn das getan hätte oder nicht. Also wie ist das Gefühl danach. Natürlich ist es dabei notwendig, eventuelle Ängste vor der Entscheidung erst einmal außen vor zu lassen.

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