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Kann man sich auf seine Intuition nun immer verlassen oder nicht? Jochen Mai schreibt in seinem aktuellen Artikel sehr informativ über die Macht der Illusion. Dabei führt er auch wissenschaftliche Versuche an und zitiert Experten. Zu diesem gelungenen Artikel möchte ich hier noch ein wenig zum Nachdenken mitgeben, bevor man der Intuition in jeder Situation das Steuer überlässt.

Eines vorab, bei wissenschaftlichen Untersuchungen ist grundsätzlich immer darauf zu schauen, welche Zusammenhänge gezielt untersucht wurden und welche nicht. Unsere gesamte bisherige Lebenserfahrung (die im Gehirn gespeichert ist), liegt emotional gefärbt vor – der eine geht gestärkt aus einer problematischen Situation hervor – der andere vielleicht verängstigt. Die emotionale Färbung ist unterschiedlich. Dadurch erhalten verschiedene Menschen auf idente Reize unterschiedliche intuitive Impulse – und nicht immer solche zu ihrem persönlichen Vorteil. Meiner Ansicht nach tritt diese Färbung umso stärker in Kraft, umso bedeutungsvoller der Reiz für uns ist. Vermutlich für die Versuchsteilnehmer relativ bedeutungsmagere Versuche, mit Karten, wie die im Artikel auf karrierebibel.de beschrieben, ermöglichen genau genommen nur beschränkt allgemeingültige Aussagen.

Von den Psychologen Damasio, Dijksterhuis & Co. wiederum wissen wir: Je komplexer das Problem, desto klarer sieht das Unterbewusste, während der Verstand vernebelt wird. Also hören Sie in solchen Fällen besser auf Ihren Bauch!

Ja, zuviel Verstand kann’s einem schon manchmal schwer machen, z.B. Entscheidungen zu treffen. Leider geht unser Unbewusstes auch nicht immer konform mit bewussten Gedankeninhalten. Wie also agieren mit komplexen Problemstellungen? Nun endlich nach all dem Hinterfragen zu meiner persönlichen Einstellung zum Thema Intuition:

Meiner persönlichen Ansicht nach, ist es weder das eine (kognitiv) noch das andere (intuitiv), das immerwährendes Seelenheil verspricht. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass bewusstes Nachdenken und intuitives Nachspüren eine prima Ergänzung zueinander sind. Selbst wenn der Bauch was anderes sagt als der Kopf – kann das als Entscheidungsvorbereitung ein wertvoller Hinweis sein. Intuition und bewusstes Nachdenken gehören für mich zusammen, wie der Rallyefahrer und sein Copilot: Einer gibt die Richtung vor (bewusstes Nachdenken) und der andere steuert entsprechend der Richtungsvorgaben (unser Unbewusstes). Zu bedenken ist dabei eines: Der Copilot ist letzlich nur der Berater – der Pilot hält tatsächlich das Steuer in der Hand. Wichtig ist die Zusammenarbeit der beiden, um effizient ans (hoffentlich) gemeinsame Ziel zu kommen. ;)

Nachtrag: Im aktuellen managerSeminare-Magazin lese ich soeben folgendes:

[...]Deshalb plädieren Autoren dieser Studien [...] dafür, sich im Vorfeld einer Entscheidung gut zu informieren, dann aber bewusst Abstand zu nehmen [...]

Und außerdem noch:

[...] Solch emotional-intuitive Entscheidungen werden erst im Laufe des Lebens, mit zunehmender Erfahrung immer zuverlässiger.

Das leuchtet ein, da mit zunehmender Erfahrung mehr “Material” für einzelne Verallgemeinerungen vorliegt.

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2 Kommentare zu “Die Macht der Intuition”

  1. Hallo & Herzliche Grüße nach Wien,

    ein interessanter Beitrag!

    Wirklich „auf den Bauch zu hören“ bedeutet der Intuition zu folgen. Diese ist eine zusätzliche Informationsquelle die beim “Aussortieren” und “Erkennen” von Optionen und Alternativen verlässlich als zugängliches Werkzeug jedem Menschen zur Verfügung steht, ebenso ein vertrauenswürdiger individueller Freund und Ratgeber.

    Nun spreche ich aus Erfahrung und interpretiere nicht Bücher oder Artikel.

    1994 begann ich mich intensiv mit der Thematik “Intuition” zu beschäftigen.
    Das Gehirn hat nur die “erlernten” Mitteilungen gespeichert. Nun ist es in Europa der Brauch der Intuition keinen großen Stellenwert einzuräumen, schließlich kann man sie eigentlich nicht wissenschaftlich belegen. Das ganzheitliche Denken wird spätestens in den Schulen (es gibt Ausnahmen) eingeschläfert, sodass das rationale Denken die Vorhand gewinnt.

    Die Intuition erfahren Menschen, die sie benutzen, unterschiedlich:

    Man unterscheidet sie mental, kinästhetisch und emotional- Gefühle – Bilder – körperliche Empfindungen. Sie kann auch Mischformen der einzelnen Gruppen beinhalten oder alle gleichzeitig.

    Solange wir Intuition mit Angst und anderen Gefühlen verdecken kommt sie nicht richtig Ausdruck.

    Persönlich kann ich mich 100%ig auf meine verlassen. Wenn sie sagt: Lass die Finger davon, dann mache ich das inzwischen. Ich habe die Intuition viele Male getestet, indem ich nicht so richtig auf sie hörte und gegen ihre Empfehlung agierte. Ich hätte es lassen können. Dadurch weiß ich jedoch: Sie hat recht.

    Es klingt sicherlich phantastisch oder verwegen – jedoch es funktioniert – allerdings nur: Wenn man ihr und sich selber die entsprechende Zeit lässt.

    Ich wünsche eine angenehme Woche und beste Grüße nach Wien
    Ursula

  2. Harald sagt:

    Danke für den ausführlichen und ergänzenden Beitrag!

    Liebe Grüße!
    Harald

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