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Weisheit kommt mit dem Alter – zumindest, was den Einfluss auf Emotionen angeht. Das hat kürzlich eine neurowissenschaftliche Untersuchung der Universität von Alberta ergeben. Daraus geht hervor, dass gesunde, ältere Menschen eine im Gehirn messbare, positive Grundstimmung haben. Sie beinflussen in einer noch unbekannten Art und Weise, wieviel Aufmerksamkeit sie negativen Ereignissen beimessen. Dadurch sind sie resistenter gegen den Einfluss negativer Situationen, auf ihre emotionale Befindlichkeit. In Magnetresonanzaufnahmen des Gehirns war eine verstärkte Interaktion zwischen der Amygdala (zuständig für Emotionen) und dem Anterioren Cingulären Cortex (zuständig für Emotionskontrolle), im vergleich zur jugendlichen Referenzgruppe, zu erkennen. Diese Untersuchung könnte in Zukunft für den klinischen Bereich (Depressionen, Angststörungen) von Bedeutung sein.

Quelle: University of Alberta Faculty of Medicine & Dentistry. “Wisdom Comes With Age, At Least When It Comes To Emotions.” ScienceDaily 12 June 2008. 13 June 2008 .

Die untersuchenden Wissenschaftler stellen sich die Frage, wie das Gehirn diese messbare positive Grundstimmung bewerkstelligt. Für mich war überraschend, dass ältere Menschen offenbar grundsätzlich stabiler auf negative Ereignisse reagieren (können) als jüngere. Möglicherweise ist es das größere Erfahrungsvolumen älterer Menschen und die Erkenntnis daraus, dass Sie bereits eine Vielzahl von negativen Situationen schlichtweg überlebt haben und vielleicht sogar gestärkt daraus hervorgetreten sind. Ihre emotionale Stabilität hat aus dieser Überlegung heraus, mit einem soliden, aus der persönlichen Erfahrung entstandenen Selbstvertrauen zu tun, welches hier den emotionalen Umgang mit negativen Reizen positiv beeinflusst.

Fazit: Also heißt’s am Selbstvertrauen arbeiten – dann ist man auch emotional stabiler. Eine Möglichkeit, sich zu beweisen, dass man sich selbst vertrauen kann, ist, dass man Vereinbarungen (vor allem die kleinen!) mit sich selbst einhält. Das kann der Vorsatz sein, am nächsten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit pünktlich aus dem Haus zu gehen oder sich nach einer Herausforderung selbst zu belohnen. Wichtig ist, dass die Vereinbarung vollinhaltlich eingehalten wird. Seien Sie fair zu sich selbst und belügen Sie sich nicht – dass schafft (Selbst-)Vertrauen ;)

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3 Kommentare zu “Umgang mit Emotionen – Wie Sie Ihr Selbstvertrauen fördern”

  1. Beatrice sagt:

    Hallo Harald!
    Eine sehr interessante, bemerkenswerte Studie und ein Fazit, das man beherzigen sollte! Ältere Menschen scheinen durch die zahlreichen Erfahrungen in ihrem Leben die große Bedeutung einer positiven Einstellung (mit einer positiven Herangehensweise an ein Problem kann man sich viel Zeit und Kraft ersparen und Stärke gewinnen) und die Sinnlosigkeit einer negativen Reaktion ( ändern kann man sowie nichts mehr, warum also nicht das Beste aus der Situation machen und dabei an Stärke gewinnen? ) erkannt zu haben.
    Ich glaube, dass es bei jüngeren und älteren Menschen auch unterschiedliche Ansichten darüber gibt, was alles als negatives Ereignis gilt und, dass das Spektrum in jüngeren Jahren oftmals breiter ist: So haben beispielsweise viele ältere Menschen erkannt, dass Gesundheit das höchste Gut ist. Daher sehen sie manches Ereignis, das für einen jüngeren Menschen eine „Katastrophe“ oder „beinahe der Weltuntergang“ ist, oftmals gar nicht als Problem an, weil es in ihren Augen zu unwesentlich ist.
    Schöne Grüße,
    Beatrice

  2. ingrid sagt:

    Emotionen kann man nicht verhindern und auch nicht beeinflussen, sie kommen und gehen. desto mehr man dagegen ankämpft (vor allem und natürlich negative emotionen), desto mehr verschaffen sie sich ihren durchbruch. aufgrund unserer gesellschaftlicher konventionen können wir nicht immer unsere emotionen ausleben oder zeigen. aber die größte einsicht für mich ist es, dass man emotionen einfach anders bewerten kann, man kann umdenken, man kann negative emotionen als gewinn ansehen oder zumindest seiner persönlichkeit zuordnen. wir müssen lernen zu akzeptieren, wie wir sind, gut und schlecht gibt es meiner ansicht sowieso nicht. emotionen sind biologische vorgänge, die ihren sinn haben, auch wenn sie uns ungelegen im gesellschaftlichen kontext kommen. aber echte authenzität kann nur dadurch entstehen, dass wir zeigen, was wir fürhlen, dass wir uns unserer gefühle bewußt sind und damit leben lernen. wir sind nun mal keine emotionalen barbypuppen und gerade cih genieße es, menschen zu treffen, die zu ihren gefühlen stehen und dies sind meist solche, die sowieso erfolgreich durch die welt schwirren. wir sind keine perfektionisten und heilige, auch wenn unsere ideale in diese richtung streben.

  3. Harald sagt:

    Liebe Ingrid,

    vielen Dank für Ihren schönen Kommentar!

    emotionen sind biologische vorgänge, die ihren sinn haben, auch wenn sie uns ungelegen im gesellschaftlichen kontext kommen.

    “Ungelegen” ist eine Bewertung und insofern eine Form der Beschreibung. Mir gefällt Ihre Beschreibung von Emotionen als Botschaft sehr gut. Man könnte Emotionen demnach als intrapersonelle Kommunkationsform – also vom einem selbst zu sich selbst – auffassen. Und hier sind wie in jeder Kommunikation immer unterschiedliche Interpretationen möglich – darunter hilfreiche und weniger hilfreiche. In einem Kontext Emotionen zulassen zu wollen und in einem anderen nicht, ist ein Widerspruch. Das Bedürfnis ist nachvollziehbar.

    wir sind keine perfektionisten und heilige [...]

    Und ich halte es auch für fraglich diese “Ideale” anzustreben und erreichen zu wollen. Für mich hat das mehr mit Zwang, als mit persönlicher Freiheit zu tun. Vielleicht ist ein solches Bestreben auch manchmal eine Flucht vor sich selbst? Keine Ahnung, aber als Idee lass ichs mal so stehen… ;)

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