



(Artikel jetzt bewerten!)Dazu möchte ich ein Modell aus dem hypnosystemischen Bereich kurz vorstellen, welches eine mögliche Antwort auf die Frage sein könnte.
Erleben ist das Ergebnis von Aufmerksamkeitsfokussierung. Das ist eine wesentliche Grundaussage des hypnosystemischen Ansatzes. Das bedeutet, je nach dem, wie ich Aufmerksamkeit fokussiere, erlebe ich anders (= nehme ich anders Wahr, gebe ich anders Bedeutung, gestalte ich anders Beziehung, verhalte ich mich anders). Dazu ein kurzes Beispiel anhand einer Grafik:
Der Gewohnheitswirklichkeitraum (rot), mit seinen vielfältigen, unterschiedlichen Erlebnispotentialen, wäre dabei unsere Alltagserleben – so wie wir es (uns) quasi gewohnt sind. Mit all den alltäglichen Gefühlen und Empfindungen, wie wir sie halt so gewohnt sind. Nun gibt es aber etwa auch den Zustand (= Egostate) des Alpträumens (des Symptomerlebens, schwarz). Im Zuge eines Alptraums (= selbstgemachte Imagination) haben wir eine reichliche, meist negative, Gefühlspalette – so als wäre der Alptraum Realität. Wir “erleben” diesen Alptraum. Umgekehrt funktioniert das Geschilderte auch mit einem schönen Traum und entsprechend positivem (imaginierten) Erleben (blau). Je nach Fokussierung (Alptraum oder schöner Traum) erleben wir uns anders. Aufmerksamkeitsfokussierung führt zu fokusentsprechenden Assoziationen.
Das Beispiel lässt sich fortsetzen: Im Alltagserleben leben wir unterschiedliche Rollen mit unterschiedlicher Fokussierung aus. Im Schwimmbad ist es ok, neben einem Vorstandsmitglied in der Badehose zu liegen – in einem Businessmeeting gings uns wahrscheinlich ganz anders damit. Mit der Fokussierung auf die Rolle (und unsere Erwartung an die Rolle), werden wir sozusagen zu jemand anderem (auch im Erleben) – wir erzeugen uns (und unser Erleben) täglich vielmals aufs Neue – je nach Rolle und Anforderungen.
Eine wesentliche Aufgabe in der hypnosystemischen Beratung ist, den Klienten bei der Refokussierung von einem “erlebten” Sypmtomerleben hin zu einem erwünschten Lösungserleben zu begleiten.
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3 Kommentare zu “Wie wir Persönlichkeit erzeugen – das Wir im Ich”
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Danke für diesen Link, der Artikel ist sehr gut geschrieben und aufschlußreich. Werde das gelesene jetzt sacken lassen und dan nochmal in ruhe lesen. Danke nochmal.
Das Lenken der Aufmerksamkeit bedeutet auch, man muss wissen was man will
Mit dem Rollenspiel in uns geht das Theater wirklich los.
Zu erkennen, in welcher Rolle wir momentan spielen, ist schon mit sher viel Aufmerksamkeit verbunden.
GRUß
Norbert
Dabei klingt das so einfach: fokussier’ halt anders.
Meist fokussierts uns unwillkürlich und dann ist’s nicht einfach, mal rasch umzufokussieren. Die Methoden mögen recht einfach sein, das bedeutet jedoch nicht, dass die Umsetzung leicht ist