… dieser Eindruck liegt nahe, wenn man sich damit beschäftigt, wie vielerorts mit dem Thema Geld umgegangen wird. Dieses aufwändig gefärbte Leihpapier (oder auch virtuell – in Zahlendarstellung) lädt als sehr mächtiges Symbol zu einem weiten Spektrum an unterschiedlichen Gefühlsempfindungen ein: Freude, Glück, Entlastung, Sicherheit, Unsicherheit, Scham, Neid, Gier und viele mehr. Das kann gerade zu Zeiten einer sogenannten “Finanzkrise” weitreichende Folgen haben, wo Aktienkurse emotionale Befindlichkeiten wechselseitig massiv beeinflussen. Also: Schluss mit dem Geldverdienen – dann gibts auch keine “Finanzkrise” und keinen Neid, keine Unsicherheit… Halt! Weit gefehlt, meine ich…
Philosophischer Exkurs: Der Mensch ist ein Differenzwesen. Er nimmt seine Umwelt in einem kontinuierlichen Prozess der Unterschiedsbildung (=Informationsbildung) wahr. Diese wahrgenommenen Unterschiede werden bearbeitet (verglichen, ausgewertet, bedeutungsbehaftet). Ein Mensch erfährt seine Persönlichkeit darüber, was andere über ihn sagen (Fremdbild), welcher Bedeutung er dem beimisst und wie er sich selbst beschreibt (Selbstbild). Im Spannungsfeld zwischen Fremdbild und Selbstbild ist der Mensch auf der Suche nach sich selbst.
Eine Ausprägung der Unterschiedsbildung im Alltag ist der Vergleich mit anderen Menschen. Dieser Vergleich steht in Wechselwirkung mit dem eigenen Selbstwert (= was bin ich mir selbst wert). Eine Möglichkeit das Ergebnis dieses Vergleichs zu beschreiben, ist als persönlicher Mangel. Diese Art der Beschreibung führt zur Selbstabwertung.
Und beim Thema Geld wirds spannend: Diverseste Filme suggerieren uns täglich, wie böse (oder blöd) die Reichen doch sind. Das stützt dann häufige Glaubenssätze in Bezug auf Geld, wodurch sich der unkritische Zuseher auch schön mit dem Dargebotenen identifizieren kann:
- Alle Reichen sind Schweine.
- Geld ist schmutzig.
- Geld verdirbt den Charakter
- Die Reichen unterdrücken die Armen
- etc., etc., etc.
Die Liste der Verallgemeinerungen lässt sich beliebig fortsetzten. Ich lade zum Hinterfragen ein: werten einen obige Zuschreibungen eher auf oder eher ab? Ist ein zu viel an Geld ein Problem oder ein zu wenig an Geld? Hab ich persönlich weniger Geld, nur weil ein anderer mehr hat? Hilft es der Wirtschaft eher, wenn alle nichts mehr ausgeben, oder wenn alle das Geld durch Geben und Nehmen in Fluss halten? Es hat meines Erachtens überhaupt nur dann Sinn, wenn es im Fluss bleibt. Geben und Nehmen sind gleich wichtig – das gilt fürs Thema Geld genauso wie in immateriellen Beziehungen.
Geld verdienen ist alles andere als blöd! Es ist eine Form des Energieausgleichs. Und es lohnt sich, darüber nachzudenken.
Ich freue mich auf Kommentare

Das war eine geniale Ausführung!!! Dieses sinnlose gefärbte Papier… *tztz* *lach* Ich finde, dass du es gut auf den Punkt gebracht hast. Irgendwie dreht es sich ständig darum und auch wenn viele angeblich den wahren Wert davon nicht erkennen, haben sich doch insgeheim immer den Fokus darauf.
Ich auch-und ich steh wenigstens dazu
Pssst! (Leisemodus an) Meiner Meinung nach führt ja zu wenig Geld eher zu Unzufriedenheit als zu viel Geld. (Leisemodus aus) Aber das sollte ich vielleicht sogar alles klein schreiben, sonst muss ich mir noch anhören, dass den Charakter
.
birgtverdirbt