Selbstvertrauen 2.0 – 5 Punkte für mehr Selbstvertrauen
Im vorangegangenen Artikel habe ich den Begriff Selbstvertrauen zur Diskussion gestellt und drei Erklärungsmöglichkeiten angeboten. Im aktuellen Artikel gehts darum, wie man zu mehr Selbstvertrauen kommt. Fünf Punkte sind dabei wesentlich:
1) Vertrauen schafft, wer sich traut.
Norbert hat’s in seinem Kommentar im vorangegangenen Artikel schon kurz angesprochen: Vertrauen hat etwas mit “sich trauen” zu tun. Und durch das “sich trauen” wird in weiterer Folge vertrauen geschaffen oder gestärkt. Sich trauen bedeutet auch, sich einem Risiko auszusetzen und sich verwundbar zu machen. Man erlebt sich hier im Spannungsfeld zwischen Vertrauenserwartung (die Erwartung, sich selbst eine Aufgabe anvertrauen zu können; sich trauen zu können ohne negativer Konsequenzen) und möglicher Enttäuschung (Widerlegung der persönlichen Erwartung an sich selbst).
Schaffen Sie Vertrauen in sich selbst, indem Sie sich Herausforderungen stellen. Auch wenn manche Herausforderungen vielleicht delegierbar sind – Selbstvertrauen ist das langfristig nicht. Jede positiv bewältigte Herausforderung stärkt Ihr Selbstvertrauen.
Fühlen Sie nach einer positiv erledigten Herausforderung in sich hinein. Hat sich Ihr Vertrauen in sich selbst gelohnt?
2) Gewissheit und Gelassenheit als Schlüsselkomponenten.
So wie sich beim Gehen Gleichgewicht und Ungleichgewicht abwechseln, wechseln sich in einem Menschenleben Risiko und Sicherheit ab. Sicherheit und Kontrolle sind Illusion. Mangelndes Selbstvertrauen verleitet oft zu dem Bedürfnis, das persönliche Umfeld und/oder andere Menschen kontrollieren zu wollen – die Reaktionen der anderen vorhersagbar machen zu wollen. Und das mit dem Ziel die Enttäuschungswahrscheinlichkeit zu minimieren. Damit wird jedoch lediglich erreicht, dass die persönlich wahrgenommene Unsicherheit steigt und damit das Selbstvertrauen sinkt (“Ich habe keine Kontrolle”).
Erlauben Sie sich eine gesunde Gelassenheit darüber, dass auch ein (Selbst-)Vertrauensbruch überlebt werden kann und wird. Frei nach dem etwas abgeänderten Motto: Kontrolle ist gut – Vertrauen ist besser
Seien Sie sich dessen gewiss, dass es absolute Sicherheit und Null-Risiko nicht gibt. Stellen Sie sich Ihren absoluten Worst-Case vor. Was würden Sie dann unternehmen? Und wie sieht Ihr Best-Case aus? Und was dann?
Was würde sich für Sie gefühlsmäßig verändern, wenn Sie sich erlauben könnten, gelassen zu sein? Was wäre dann anders als sonst?
3) Vertrauen schenken.
Nur wer sich selbst vertraut, ist auch in der Lage, anderen zu vertrauen. Ähnliches gilt für empfangenes Vertrauen. Sie können nur dann das Vertrauen anderer in Sie akzeptieren, wenn Sie sich selbst zutrauen, dieses Vertrauen nicht zu enttäuschen.
Schenken Sie sich das Vertrauen in sich selbst, Risiken einzugehen und gelassen(er) Herausforderungen entgegen zu treten. Nehmen Sie Vertrauen an – auch Ihr eigenes
Würden Sie von sich sagen, dass Ihnen andere Menschen vertrauen können? Würden Sie auch sagen, dass Sie sich selbst vertrauen können? Was machen andere Ihnen gegenüber anders, als sie sich selbst gegenüber zugestehen?
4) Vereinbarungen halten.
Wir gewinnen an Handlungsstabilität (= Vorhersagbarkeit = Selbst-Sicherheit), wenn wir uns an Vereinbarungen halten. Schaffen Sie Vereinbarungen mit sich selbst und halten Sie sich daran. Fordern Sie sich heraus.* Und: belohnen Sie sich dafür. Mit der Anzahl der Belohnungen steigt auch Ihr Vertrauen in sich selbst.
Gehen Sie sehr vorsichtig und gewissenhaft mit in Sie gesetztem Vertrauen und mit Ihnen geschlossene Vereinbarungen um. Vereinbarungstreue ist ein wichtiges Schlüsselelement zu gesteigertem Selbstvertrauen. Wer Vereinbarungen bricht, verletzt letztendlich sich selbst (Selbstwert, Selbstvertrauen).
5) Der Umgang mit sich selbst.
Selbstvertrauen erwächst dadurch, dass wir in der Lage sind, uns selbst aus Schwierigkeiten befreien und uns selbst wieder aufrichten zu können. Seien Sie besonders vorsichtig im Umgang mit sich selbst, nach Niederlagen! Gehen Sie dann eher Unterstützend oder abwertend mit sich um? In welcher Weise wirkt Ihr Umgang mit sich selbst auf Ihr Selbstvertrauen?
Ohne Niederlagen und Rückschläge gäbe es keine Erfolge. Nicht das Hinfallen ist es, das zählt, sondern die Zeit in der Sie es schaffen wieder aufzustehen. Jede Erfahrung (und damit meine ich auch jede) birgt etwas Wertvolles in sich und macht Sie zu dem, die oder der Sie heute sind. Seien Sie fair zu sich selbst. Geben Sie sich nicht nur eine weitere Chance, sondern nutzen Sie sie auch – indem Sie sich weiter versuchen.
Haben Sie auch schon wertvolle Erfahrungen mit dem einen oder anderen der genannten Punkte gemacht? Gibt es etwas Wesentliches, das noch nicht erwähnt wurde? Ich freue mich wie immer auf Ihren Kommentar!
*Artikelempfehlung zum Thema Herausforderungen:
“Die Selbst(un)sicherheitsspirale” oder “Nur keine Herausforderungen!”
3 Antworten auf Selbstvertrauen 2.0 – 5 Punkte für mehr Selbstvertrauen
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#Polyphasischer #Schlaf, Tag 2. Und schon ist mein bislang vernachlässigter #Blog reaktiviert ;) http://t.co/CHDvTVOC 1 month ago

Ich denke, dass dein Punkt “Vereinbarungen einhalten” unglaublich wichtig ist. Hierbei geht es nämlich nicht um Termine, o.ä., wie viele Menschen denken, sondern genau darum, mit sich selbst bestimmte Vereinbarungen zu treffen, deren Einhaltung dann auch zu einem höheren Wohlbefinden und letztendlich zu mehr Selbstvertrauen führen. Super, dass du die Punkte hier aufgeführt hast. Ich hoffe, auf weitere Resonanz von anderen Kommentatoren.
@Ikos: Danke für Deinen Kommentar! Vor allem geht es auch darum, Vereinbarungen mit sich selbst bewusst zu schließen. Wenn man sich überlegt, wieviele Entscheidungen man am Tag trifft und wie wenige davon im Vergleich bewusst getroffen werden…
Sehr nett geschrieben, dass sollten sich mal eine Menge mehr Leute durchlesen! Gerade viele Jugentliche, welche lieber 10 Stunden am PC sitzen, anstatt raus in die Natur und sich mit Freunden treffen!