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Dass viele Vorsätze, unabhängig davon wann sie getroffen werden (das muss nicht zwangsweise zum Jahreswechsel sein) scheitern, ist bekannt. Warum das so ist, schon etwas weniger. Da gibts zwar oft blumige Namen (der innere Schweinehund) aber so richtig klar ist den wenigsten warum’s diesmal wieder nicht geklappt hat mit dem guten Vorsatz zur Verhaltensänderung. Warum das so ist und wie man’s bereits im Vorhinein abschätzen kann ob die Veränderung gelingt oder nicht, möchte ich in den folgenden Zeilen kurz darstellen.

Das problematische am Willen zur Veränderung:
Veränderung bedeutet Neuland zu betreten, beispielsweise in Form von

  • Einlassen auf neue Umwelten, Gegebenheiten (neuer Job, neue Anforderungen, neue Rahmenbedingungen etc.)
  • Umgang mit neuen (fremden) Systemen (neue KollegInnen, neues Team, neue Familie etc.)
  • sich selbst erfahren im Erleben neuer Verhaltensweisen
  • der Notwendigkeit, sich in neue Themen einarbeiten zu müssen

Und: man wird massiv mit sich selbst und seinem Selbstbild konfrontiert und muss dieses gegebenenfalls anpassen. Das wirkt wiederum aufs Selbstvertrauen. Alles in allem setzt man sich mit einem Veränderungswunsch auch einem gewissen Risiko und Unsicherheiten aus.

Die Belohnung durch das Festhalten an Bewährtem:
Geben wir’s doch zu: Es macht einfach Freude, Aufgaben effizient und genau auszuführen. Und es macht Spaß in einem Gebiet Profi oder Experte zu sein. Unser Gehirn ist bestrebt, Abläufe zu automatisieren. Autofahren macht, wenn man es einmal gelernt hat, deutlich mehr Spaß als zu Beginn des Lernens (und je länger man fährt, immer weniger – aber das ist eine andere Geschichte). Unser Gehirn ist darauf ausgerichtet, Gewohnheiten auszubilden und belohnt diese sogar mit positiven Emotionen. Es vermittelt (Selbst-)Sicherheit, Kompetenz und Geborgenheit. Damit wird die Angst vor einem möglichen persönlichen Versagen reduziert. Das Weitermachen wie bisher, birgt eine starke Belohnung in sich! Das führt dazu, dass Menschen auch dann ihr Verhalten nicht ändern, obwohl sie zur Einsicht gelangt sind, dass dies für sie von Vorteil wäre.

Wann ist eine Verhaltensänderung möglich?

“Eine Verhaltensänderung tritt nur dann ein, wenn sie eine wesentlich stärkere Belohnung verspricht, als es das Festhalten am Gewohnten liefert.”

…schreibt der Professor für Verhaltensphysiologie Gerhard Roth in seinem Buch “Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten” (siehe Kasten oben).
Fazit: Es braucht einen erheblichen Gewinn im Vergleich zum Beibehalten gewohnten Verhaltens, damit Veränderung wahrscheinlich wird.

Man kann sich also ausmalen, wie erfolgreich man mit einem Veränderungswunsch sein wird, wenn das Gewohnte viel bequemer, vorteilhafter, bereichernder, etc. ist und man dazu noch vom Gehirn mit postiven Gefühlen belohnt wird… Wer Genaueres wissen will, dem empfehle ich das genannte Buch von Gerhard Roth.

Edit am 03. März 2009: Verwandter Artikel: “Veränderung – 5 Schritte wie es trotzdem geht”

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4 Kommentare zu “Warum gute Vorsätze scheitern und Sie sich dadurch auch noch belohnen.”

  1. Ulli sagt:

    Ich habe diese Thematik im Psychologiestudium durchgenommen und kann das, was du hier schreibst, nur so bestätigen. Selffulfilling prophecys gehören übrigens auch dazu und nehmen einen enorm großen Raum ein-leider.

  2. Tobias von Homepage erstellen sagt:

    Also ich weis nich aber ich finde nich alles muss sich immer gleich verändern es ist ganz klar das veränderung viele vorteile mit sich bringt aber in ganzem kann ich dem fazit nur zustimmen!

  3. klaus von telefontarife sagt:

    Problem ist doch, dass viele Leute sich wie bei so vielen anderen Sachen nicht genug Mühe geben und an mangelndem Selbstvertrauen leiden. Man kann eben nur etwas erreichen wenn man dranbleibt. Das gilt auch für Vorsätze usw.

  4. Harald sagt:

    @Tobias: Einerseits stimme ich vollkommen zu, dass sich nicht immer gleich alles verändern muss. Andererseits ist man doch ohnehin dauernd einer veränderlichen Umwelt ausgesetzt. Und wer sich für Veränderung entscheidet, ist erstens aktiv tätig und nicht seinen Umständen ausgesetzt und zweitens möglicherweise damit konfrontiert, dass es nicht so leicht ist, Veränderungen gemäß den eigenen Erwartungen herbeizuführen.

    @klaus: Ja, das mit dem Selbstvertrauen ist so einen Sache. Dazu habe ich andernorts bereits einen Artikel geschrieben. Wenn das Selbstvertrauen schon nicht das stärkste ist, dann ist’s mit dem Dranbleiben auch nicht leicht…

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