Kein Spaß mehr an einer bestimmten Tätigkeit? Kein Sinn mehr, in der Arbeit die man macht, oder der Aufgabe, die man sich gestellt hat? Gedanken wie: “Ich schaffe das alles mehr?” Dann ist Selbstmotivation angesagt. Was man in solchen Situationen aktiv tun kann, möchte ich in den folgenden Zeilen kurz vorstellen.
Zwischen der Notwendigkeit und der Furcht vor Veränderung
In solchen, wie den oben kurz skizzierten Situationen erlebt man sich in einem emotionalen Zwiespalt. Einerseits möchte man ein persönliches Projekt fertig bringen (etwa ein Buch schreiben), auf der anderen Seite erlebt man, dass sich das Vorhaben hinzieht, aufschiebt, einfach nicht voranzukommen scheint. Vielleicht beginnt man an der Sinnhaftigkeit des Vorhabens zu zweifeln (“Es gibt schon so viele andere gute Bücher dazu…”, “Wird das überhaupt wer lesen wollen…?”) oder an sich selbst (“Bekomm ich das überhaupt hin…?”, “Weiß ich dazu überhaupt schon genug…?”). Auf einer bewussten Ebene sagt man sich “Du schaffst das schon” und auf einer unbewussten Ebene fürchtet man den Misserfolg und das Scheitern. Und man entschwindet sanft ins Vermeidungsverhalten. Und was kann man da noch tun? Welche Schritte ermöglichen dennoch ein Vorankommen im persönlichen Vorhaben?
Fünf Schritte, wie es trotzdem geht
Schritt 1: Sich selbst befragen.
Habe ich Alternativen? Wenn ja, welche? Was passiert, wenn ich [das Buch] nicht fertigstelle? Sind Risiken damit verbunden? Welche?
Kann ich die äußeren Umstände verändern? Wenn ja – wie könnte es gehen? Wenn nein – wie kann ich mich verändern?
Schritt eins besteht darin den Raum der bewussten Möglichkeiten zu erweitern und die persönliche Handlungsfähigkeit zu erweitern. Sie schaffen Klarhe
Schritt 2: Einem Vorbild nacheinfern.
Überlegen Sie, ob Sie jemanden kennen oder von jemandem gehört haben, der ein Ähnliches Vorhaben hatte und dieses auch erreicht hat.
Wenn es die oder der geschafft hat, warum sollen Sie es nicht auch schaffen können? Orientieren Sie sich an Vorbildern, die es geschafft haben. Was könnten diese anderen gemacht, gedacht, gefühlt haben, dass sie in Ihrem Vorhaben unterstützt hatte? Was könnte deren Zielbild gewesen sein (siehe auch nächsten Punkt.)
Schritt 3: Klare und attraktive Ziele setzen.
Am besten setzen Sie sich Ihre Ziele in klaren und leuchtenden Bildern. Möglichst alle Sinneskanäle sollen von diesen Bildern angesprochen werden. Rufen Sie sich diese Bilder jeden Tag aufs Neue vor Ihr inneres, geistiges Auge. “Das werde ich erreichen – dort komme ich hin.” Erlauben Sie sich Sehnsucht nach einem selbstkreierten Idealbild von Ihrem persönlichen Ziel. Jeden Tag auf’s neue.
Schritt 4: Kombiniere kleine Schritte und Selbstbelohnung.
Statt einem großen Ziel nachzueifern, wird dieses in kleine Schritte zerlegt. Zusätzlich zu jedem Schritt überlegt man sich eine neue Variante einer kleinen Selbstbelohnung. Wichtig ist hier klein und neu, da sonst ein Gewöhnungseffekt eintritt. Beispiel: Ich schreibe jeden Tag drei Seiten meines Buches und am Ende der Woche belohne ich mich mit einer Flasche gutem Wein.
Hier ist Einübung und Automatisierung wichtig! Kleine Schritte müssen zur Gewohnheit werden, damit ein stetiges Vorankommen möglich wird. Veränderungen werden nicht bloß durch einen initialen Willensakt in Gang gesetzt, sondern auch durch eine anhaltende Selbstkonditionierung und Selbstbelohnung. Ziel ist es, jene Dinge, die man ursprünglich vor sich hergeschoben hatte, zur Routine werden zu lassen.
Schritt 5: Beginnen Sie jetzt mit Schritt 1!
Beginnen Sie jetzt. Wirklich jetzt. Gönnen Sie sich eine kurze Auszeit. Sollte dies aus welchen Gründen auch immer gerade jetzt nicht möglich sein, vereinbaren Sie einen verbindlichen Termin mit sich selbst. Erforschen Sie Ihre Möglichkeiten, erschaffen Sie Ihr Zielbild, entwerfen Sie kleine Schritte und Belohnungen. Und vor allem: Bleiben Sie dran.
Viel Erfolg bei Ihrem Veränderungsvorhaben!
Harald
Edit am 03. März 2009: Verwandter Artikel: “Warum gute Vorsätze scheitern und Sie sich dadurch auch noch belohnen”

Danke für diesen Post, der beschreibt kurz und knackig, was man tun kann, um seine Vorhaben doch noch zu erfüllen. Einige der Punkte waren mir schon bekannt, andere Dinge waren mir neu. ICh denke, ich persönlich kann aus diesem Beitrag doch einiges mitnehmen und kann dafür nur danke sagen.
Liebe Stefanie, Danke für Ihren positiven Kommentar!
Man kann so einen Beitrag leicht schreiben, denn schreiben ist einfach, das aber dann auch noch umsetzen ist nicht so leicht. Die Punkte, die hier aufgelistet wurden sind jetzt nicht schlecht, aber ich finde, dass man anders ansetzen muss. Man muss zuerst an sich selbst glauben und die Veränderung auch wollen. Denn wenn der Wille nicht da ist, dann macht es auch keinen Sinn, wenn man sich ändert, denn die Veränderung wird nicht von dauer sein, wenn man es nicht wirklich will.
Lieber Christian, Danke für Ihren Kommentar! Ich bin der Auffassung, dass etwas (egal was) nicht leicht oder schwierig ist, sondern nur so aus der persönlichen Erfahrung beschrieben wird. Ob eine Beschreibung nun hilfreich ist, im Sinne eines Ziels (z.B. Veränderung) oder nicht, ist dabei vorerst unerheblich.
Die Gedanken mit dem “an sich glauben” und dem “wollen” sind für mich durchaus nachvollziehbar. Tatsächlich reicht etwa das “Wollen” für Veränderung nicht aus. Denken Sie daran, wieviele Menschen zu Rauchen aufhören wollen oder abnehmen wollen. Rezepte für Veränderung, im Sinne von Handlungsanweisungen, die immer zum gewünschten Erfolg führen, gibt es nicht. Ich verstehe z.B. den obigen Artikel als “Handlungsangebot”. Und dieses kann man meiner persönlichen Ansicht nach, letztlich nur durch “tun” überprüfen und nicht durch “beschreiben”. Und bei gewünschter Veränderung ins “Tun” zu kommen ist schon ein beachtlicher Schritt!
An sich glauben, halte ich auch für einen wesentlichen Punkt. Interessanterweise erkennt man ein “an sich glauben” einer Person auch daran, wie sie ihre äußeren Umstände (und auch sich selbst in Verbindung mit diesen Umständen) beschreibt…
Ihr Kommentar hat mich zu einem neuen Artikel zum Thema Veränderung inspiriert: “Wann Veränderung nicht funktioniert” (oder so ähnlich). Vielen Dank nochmals für Ihre Ergänzungen und Anmerkungen!
Es gibt im Leben immer wieder mal Momente, in denen wir Dinge machen- oder erledigen müßen, zu denen wir keine Lust haben. Aber wenn wir festgestellt haben, daß kein Weg daran vorbei führt, dann ist für mich Schritt 4 der richtige. Deswegen kann ich nur sagen: toll geschrieben und entspricht vollkommen der Wahrheit!
Ich habe mit großem Interesse den Artikel über die Veränderungen gelesen und bin der Meinung, dass alle Punkte zutreffend sind. Auch mich hat der Punkt 4 sehr angesprochen. Ich glaube wenn man sich kleinere Ziele steckt und hat sie am Ende des Tages erreicht, dann fühlt man sich wohl und auch das eigene Selbstwertgefühl steigt dadurch. Danke für diesen tollen Artikel.
Sehr interessanter Artikel! Ich finde die ganze Seite sehr schön und nützlich.Zu diesem Thema kann ich nur folgendes sagen: Meiner Meinung nach ist die Selbstmotivation das wichtigste Sache in der menschliche Psychologie.Und natürlich das positive Denken.Danke:)
Also ich muss sagen, dass deine Beiträge hier wirklich erstklassig sind. Ich selber habe eine ähnliche Erfahrung gemacht: die gewohnte Montags-Lethargie, die ich bei vielen Kollegen immernoch vorfinde. Ich habe mich davon vollkommen losgelöst und kann nun dankbar für die Wochenenden, aber auch dankbar für die wöchentliche Arbeit sein, statt schon mit Bauchweh morgens aufzuschlagen.
Danke für den positiven Kommentar! Solange mit “positiv Denken” eine positiv gestimmte Erwartungshaltung gemeint ist, stimme ich gerne zu. Was nicht geht, ist, sich negative Ereignisse schöndenken.
Erstklassig? Danke! Nur wer holt mich jetzt wieder runter vom hohen Ross?
Kostenlos Geld verdienen? hahah
das klingt ja cool, Miriam!
Sonst.. ja, guter Beitrag und richtig nützliche Tipps, bin einverstanden mit dem Gesagten. Hoffentlich macht dieser Artikel mehr Menschen nachdenklich!
Danke für das Einverständnis
danke fuer den artikel, ich selber denke, dass es ok ist, projekte vorzeitig zu beenden, wenn es denn gute gründe gibt. wenn nicht, dann muss man sich bewusst machen, dass manche projekt eben mehr langen atem brauchen.
wie hier schon gesagt wurde, sind kleine schritte wichtig! Klar, gejoert positives denken auch dazu, was den Deutschen ja immer schwerfällt. Also, Kopf hoch, kann ich nur sagen.