geld

Die Präsenz von Geld beeinflusst soziale Verhaltensweisen. Das haben aktuelle Versuche belegt, wie auch auf psychologieblog.de zum Thema “Der Monopoly-Effekt” nachzulesen ist. Bereits die Vorstellung von Geld würde ausreichen, ist zu lesen, sodass die soziale Distanz größer würde. Das überrascht mich wenig. Wie oft wird Geld als probates Mittel angesehen, die eigene “Sicherheit” zu erhöhen. Da reichen dann die ersten 100.000,- am Bankkonto nicht aus, um sich so richtig sicher zu fühlen und dann wird sicherheitshalber noch mehr des Guten weitergesammelt, in der Hoffnung, das Sicherheitsgefühl würde steigen. Gedankt wird das dann oft mit einem der meistverteilten ?sterreichischen Verdienstorden: dem Herzinfarkt.

Meiner Ansicht nach ist nicht Geld selbst das Problem, sondern die Bedeutung, die es für einen einnimmt und der Umgang der damit gepflegt wird. Geld ist Handlungsspielraum. Und dieser zeichnet sich durch “das Handeln” aus. Also dem “etwas tun mit dem Geld” und nicht das Horten auf irgendeinem Bankkonto. Geld hat dann Sinn, wenn es im Fluss, im Umsatz bleibt, sodass damit etwas entstehen kann. Dann erfährt dieses Potential an Handlungsspielraum auch Manifestation und ist deutlich gesünder, als das verbissene Sammeln von Wert ohne Wert. Was jedem einzelnen im Leben etwas Wert ist, darf sich jeder für sich selbst überlegen. Und wer damit Schwierigkeiten hat, der findet bei Norbert Glaab ein sehr hilfreiches Werkzeug dazu. ;)

Es gibt kaum etwas auf dieser Welt,
das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen
und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen,
die sich nur am Preis orientieren,
werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.
Es ist unklug, zu viel zu bezahlen,
aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen.
Wenn Sie zu viel bezahlen,
verlieren Sie etwas Geld, das ist alles.
Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen,
verlieren Sie manchmal alles,
da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte
Aufgabe nicht erfüllen kann.
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es,
für wenig Geld viel Wert zu erhalten.
Nehmen Sie das niedrigste Angebot an,
müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen,
etwas hinzurechnen.
Und wenn Sie das tun,
dann habe Sie auch genug Geld,
um für etwas Besseres zu bezahlen!

John Ruskin
(engl. Schriftsteller und Sozialphilosoph)

Eigentlich verblüffend, was man so alles kaufen kann, ohne es gleich bezahlen zu müssen – vom Auto über Computer und Sofa und was weiß ich nicht noch alles mehr. Das ganze ohne Zinsen und mit Rückgabemöglichkeit bei nicht-gefallen. Warum diese Möglichkeit von Firmen verschiedenster Art der großen Konsumentenschaar zur Verfügung gestellt wird, möchte ich hier kurz erklären.

Die Basis für diese scheinbar kundenfreundliche Einkaufsmöglichkeit ist folgende: “Wenn wir einmal etwas haben, geben wir es nur sehr ungern wieder her“. Und mit etwas meine ich konkret Konsumgüter und nicht Privilegien. Denn das wäre eine andere Geschichte, oder? ;) Jedenfalls ergreifen wir recht rasch gedanklichen Besitz von etwas. Und hier meine ich nicht, Lebenspartner – denn das wäre schon eine gaaanz andere Geschichte! ;) Und das wissen auch die Menschen aus dem Marketing. Der Anbieter hofft, dass die psychologische Inbesitznahme seiner Ware in der angebotenen “Probezeit” greift. Dann n?mlich ist das Gut bereits gedanklich in unseren Besitz übergewechselt. Zusätzlich kommt zu einem kleineren Teil der Bequemlichkeits- und Trägheitsfaktor hinzu. Rücksendungen erfordern Zeit und Geld. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Probezeit vorübergeht und die Zahlung fällig wird, ist groß. An der Anzahl der zahle-später Angebote kann man sich ungefähr vorstellen, wie gut diese Methode funktioniert. ;)

Harald Dvorak auf Twitter

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